Alljährlich im August findet auch heute noch die Wallfahrt zur Rochuskapelle statt. Die Kapelle befand sich schon vor 70 Jahren in einem schlechten baulichen Zustand. Die darin befindlichen Kunstwerke wurden von der katholischen Gemeinde in Seeburg geborgen und befinden sich an einem sicheren Platz. Die Decke wurde vor einigen Jahren reparariert.
Seit der Pestzeit
waren
die Menschen der Umgebung hierher gekommen, um das Gelübde ihrer
Vorfahren
zu erfüllen. Was geschieht jetzt, da die allermeisten ihre
Nachkommen
nicht mehr dort wohnen?
Adressenliste des Dekanates Jeziorany /Seeburg
Auszug aus Die
Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Heft
4 Das Ermland, von Adolph Boetticher, Königsberg 1894:
"Die zweite
Tochterkirche
von Seeburg ist die Rochuskapelle, 4 km Lftl. nördlich von
Seeburg.
Im Jahre 1652 fanden Kinder im Walde ein kupfernes
Gefäß,
worin das heilige Sakrament zu den Kranken getragen wird. In der
Nähe der Stelle wurde 1665 zu Ehren des heiligen Sakramentes und
des
heiligen Rochus eine Kapelle gebaut, die das Ziel vieler
Wallfahrer
bildete. Als sie baufällig wurde, führte man sie von
1722
an massiv wieder auf; 1750 vollendet und vom Bischof Krasicki
1790
geweiht.
Im Äußeren nach einem Anbau im W. vom J. 1866 ein einfacher Bau ohne Turm, ungefähr 35,5 m lang, 15 m breit, dahinter die im halben Achteck angelegte Sakristei.
Gefugter Ziegelbau im Kreuzverband mit sieben rechtwinkligen Fensterachsen. Decke flach, getäfelt. Sakristei mit Kreuzgewölbe.
Hochaltar
Rococo.[...]
Zwischen je zwei korinthischen Säulen und dazwischen je
einem
Pilaster Ölbild des heiligen Rochus auf Wolken schwebend. Links
und
rechts zwei Engel in Holzschnitzerei. Verkröpftes Gebälk,
worauf
zwei allegorische Figuren sitzen. Krönung: die Taube in
Wolken
und Strahlen. Rococoornamente überall, sowohl am Tabernakel, wie
an
der Kommunionbank und den Durchgängen zu beiden Seiten.

Seitenaltar
links.
Rococorahmen mit dem Ölbilde des Gekreuzigten. Krönung:
Engelköpfe in Wolken und 5trahlen.
Seitenaltar
rechts.
Dieselbe Umrahmung. Ölbild des heiligen Johannes des Täufers.
Kanzel aus dem
Achteck, barock, mit Troddeln.
Ein leidliches,
lebensgroßes Ölgemälde des heiligen Ambrosius steht
unbeachtet
in einer Ecke der Kirche.
Hinter der Orgel
eine schlechte Kreuzigungsgruppe.
Neben der Kirche im Norden ein Kruzifixus von Stein von 1777. Auf seinem Sockel die Legende eingemeißelt."
Artikel aus der Prihtannnika über den heiligen Rochus
Die folgenden Bilder
entstanden
im Sommer und Herbst 2003
Sie zeigen die Kirche
von außen und innen:





Tafel mit lateinischer Inschrift:


Die Fotos wurden aus zwei Blickwinkeln aufgenommen und digital
entzerrt.

Ein von der Decke herabgefallener Gegenstand zerstörte das Haupt
der Statue. Die Reste liegen in der Sakristei.



Hier wohnt die freundliche Familie, die die Kirche betreut:

Bilder
von der Wallfahrt am 15. August 2006
Landschaft
bei Lokau / Tłokowo