"Frankenau. Dienstag, den 4. Juli wird in der Pfarrkirche zu Frankenau der hochwürdige Neupriester P. Robert Krause der Sohn des Bauunternehmers Josef Krause, sein erstes heiliges Meßopfer darbringen. Der Primiziant trat mit 14 Jahren im Jahre 1920 in das Studienkolleg Lochau (am Bodensee) der Salvatorianer ein, um sich dem Ordens- und Missionsberuf zu widmen: P. Robert Krause machte mit gutem Erfolg im Frühjahr 1927 sein Abitur und verbrachte dann das Probejahr des Ordens im Noviziat auf dem Klosterberg bei Passau. Zum Studium der Philosophie wurde er von seinen Oberen nach Rom gesandt, wo sich ihm auch Gelegenheit bot, die portugiesische Sprache zu lernen, da sein späteres Arbeitsfeld Brasilien sein wird. Nachdem er seine philosophischen Studien mit dem Doktorat abgeschlossen hatte, wurde er zum Studium der Theologie an die Hochschule zu Passau geschickt. Hier empfing er gebt. am Feste Peter und Paul die heilige Prieserweihe. Von den elf lebenden Kindern der Familie Krause wählten in den letzten Jahren noch vier weitere den Ordensberuf. Einer der Brüder des hoch[würdigen] Primizianten weilt als Laienbruder in der Salvatorianermission in China. Zwei Schwestern traten in die Schwesterngenossenschaft der Salvatorianerinnen und ein jüngerer Bruder bereitet sich auf den Ordenspriesterstand im Studienkolleg der Salvatorianer in Wurzach vor. - Möge Gottes Segen, der so sichtbar auf dieser echten Ermländer-Familie ruht, auch fernerhin alle ihre Mitglieder begleiten.
Die Ordensgenossenschaft
der Salvatorianer wurde am 8. Dezember 1881 zu Rom von P. Franziskus
Jordan als Gesellschaft: des göttlichen Heilandes (Salvatorianer)
gegründet und entfaltete sich trotz aller Stürme von
innen und außen mit. Gottes Hilfe in der alten und neuen Welt
in dieser kurzen Zeit zu recht erfreulicher Blüte. Die Salvatorianer
besitzen heute 64 Niederlassungen, gegen Ende des Weltkrieges kamen sie
nach Deutschland und haben hier 13 blühende Kollegien, darunter
fünf große Studienhäuser in Passau, Steinfeld bei
Köln, Heinzendorf bei Breslau, Wurzach in Württemberg und
Lochau am Bodensee. Es wird, alles aufgeboten, um auch arme Knaben
und Jünglinge zum großen Siele - ihres Lebens, dem heiligen
Priestertume zu verhelfen. Auch gesunde und brave Jünglinge, die als
Laienbrüder er Sache Gottes dienen wollen, sind der Gemeinschaft
jederzeit ..."
aus der Ermländischen Zeitung vom Juli 1933
Faksimile des Originalartikels:
Dies Foto entstand am 4. Juli 1933 im Garten der Gastwirtschaft Banner in Frankenau. Die hier abgebildeten Personen sind Verwandte der Familie Krause, Honoratioren des Ortes und Freunde. Josef Krause war Kirchenvorstand in der Pfarrgemeinde. In Kürze wird eine Auflistung der abgebildeten Personen auf dieser Seite erscheinen.
Eine brasilianische Seite, die von Pater Bellarmin Krause berichtet:
http://www.saobonifacio.org/geschichte6.htm
26. März 1990:
"Pater Krause nahm Abschied vom Kreiskrankenhaus Sögel
Salvatorianer-Pater war 18 Jahre als Krankenhausseelsorger tätig
Sögel (br). - Der 84jährige Salvatorianerpater Bellarmin Krause wurde in feierlichem Rahmen verabschiedet. Mehr als 18 Jahre lang hatte er als Kranken- und Schwesternseelsorger im Krankenhaus und als Helfer in der Pfarrgemeinde gewirkt. Vertreter des Landkreises als Träger des Krankenhauses, der Samtgemeinde und Pfarrgemeinde hoben die Verdienste des Geistlichen hervor. Pater Krause wird seinen Ruhestand im Kloster Steinfeld verbringen.
Am 2. Mai 1928 legte Pater Krause sein erstes Ordensgelübde ab im Orden der Gesellschaft des Göttlichen Heilandes (SDS, Salvatorianer). Die Priesterweihe erfolgte 1933 in Passau. Anschließend ging Pater Krause nach Sao Paulo (Brasilien), um dort als Professor für Moraltheologie den dortigen Ordensnachwuchs auszubilden. 25 Jahre lang übte er diese Tätigkeit aus. Dann wurde Pater Krause als Pfarrer nach Fortaleza im Nordosten Brasiliens versetzt. Vier Jahre später übernahm er die Seelsorge in Campinas in der Region von Sao Paulo. Im Alter von 64 Jahren kehrte der Ordensmann nach Deutschland zurück. Nach eine Abstecher nach Hildesheim wo er zwei Jahre in der Gemeindeseelsorge tätig war, kam Pater Krause 1972 nach Sögel als Krankenhausseelsorger.
Seinen Abschiedsgottesdienst feierte Pater Krause in der Krankenhauskapelle zusammen mit Pfarrer Groteschulte, Pfarrer Tüting (Reede), Provinzial Pater Karl und dem Pater Hubertus von der Niederlassung in Münster. Pfarrer Groteschulte wies auf die Verdienste Pater Krauses als Krankenhausseelsorger hin. Gleichzeitig dankte er ihm für die Aushilfe in der Sankt-Jakobus-Gemeinde.
In der anschließenden Feierstunde betonten Vertreter des Landkreises und des Krankenhauses, wie wichtig die geistliche Betreuung der Kranken neben der medizinischen Behandlung sei. Oberkreisdirektor Karl-Heinz Brümmer überreichte dem scheidenden Krankenhausseelsorger als Zeichen des Dankes zwei großformatige Fotos, die Pater Krause zusammen mit Weihbischof Siegel und Dechant Dunker anläßlich der Einweihung des neuer Krankenhaustraktes zeigen.
Den Dankesworten schlossen
sich Samtgemeidebürgermeister Hermann Beimesche und die Generaloberin
Valentine vom Netter Orden an. Die Schwester brachte zum Ausdruck,
daß der Weggang von Pater Krause eine schwer zu schließende
Lücke hinterlasse. Pater Krause habe den Kranken zu jeder
Tag- und Nachtzeit zur Seite gestanden. Seitens der Mitarbeiter bedankten
sich Hubert Hebler und Gerd Steenken bei Pater Krause. Zur
Zeit verfügt das Kreiskrankenhaus über keinen Seelsorger,
diese Aufgabe wird von den Priestern des Dekanates übernommen.
Man hofft, zum August einen Nachfolger in das schwere Amt einführen
zu können."
Die Abschiedsmesse für Pater Krause (Bildmitte)
Oberkreisdirektor Brümmer
dankt Pater Krause
aus der Emszeitung
(Lingen)
vom 26. März 1990
Pater Bellarmin Krause lebte danach im Kloster Steinfeld. Dort starb er im Jahre 1995. Sein Grab und das seines Bruders Valentin, des Chinamissionars, befinden sich auf dem dortigen Friedhof.
Die Internetseite der Salvatorianer: